GEDICHT

stein sagt:
das ist mensch
mensch wäre
gerne wolke
mensch will nicht
immer greifbar sein
mensch will anschwellen und
mensch will abregnen
mensch will lernen
die vorgänge
vorgänge sein zu lassen
will regnen
muss sich regen
heißt bewegen
mit den beinen
das ist ein tick von mensch
das muss ich auch
bei mir sieht das anders aus
das ist ein trick von mir
mensch will alles immer anders
mensch will sich reiben
mensch will es wissen
mensch will es ausreizen
mensch spürt in jeder
monatsblutung ein anfang
und ein ende
mensch weiß
meine ewigkeit
ist länger

 

BERICHT

Ich habe letzte Woche zum ersten Mal eine andere Person tätowiert, und es war ein kostbarer Moment. Ein gemeinsames, tastendes Herausfinden, wie das geht, was gerade da ist und was gerade gebraucht wird, ein Vertrauen, das mir geschenkt wurde, eine neue Ewigkeit, die ich verschenkt habe.

Es hat mich daran erinnert, warum ich die Fabrik geschrieben habe, also an einen der Gründe: weil diese Vorgänge so alltäglich und so heilig sein können.

Und es hat mich daran erinnert, warum es mir gerade so wichtig ist, die Grenzen verschwimmen zu lassen zwischen verschiedenen Beziehungsformen und ihren behaupteten Wertigkeiten.

Was ist schon platonisch? Was ist schon romantisch? Kannst du das ganz genau sagen? Ich hoffe nicht.

Es gibt so viele Arten, miteinander befreundet zu sein.

 

EXPERIMENTE

Updates aus den Experimenten zu meinen Lernbereichen:

Kunstarbeit
Ich habe das Exposé für die Fabrik an eine Agentur verschickt, und bin gespannt, was zurück kommt. Vom Verlag habe ich noch nichts gehört, aber es ist ja auch, wie so oft, kurz vor der Messe. Meine Testmenschies fangen langsam an, die Fabrik zu lesen und mir erste Eindrücke zu geben, und das ist eine riesige Freude, diese neuen Augen auf und in dem Text.

Brotarbeit
Hier eine der Fragen, die unsere Arbeit in der Forschungsgruppe Sichtbarkeit begleiten wird (und die mich in ganz vielen Lebensbereichen gerade beschäftigt): Wie kann ich mich formen und zeigen, ohne dabei zu versprechen, dass ich ab jetzt jederzeit und immer wieder in genau dieser Form zur Verfügung stehe, oder überhaupt auf diese Weise sichtbar bin?

 

EINLADUNGEN

SCHREIBTAG – 13. März, 9 bis 17:30 Uhr
Diesen Freitag: Ein gemeinschaftlicher online Arbeitstag zum fokussierten Schreiben und Besprechen unserer Schreibprojekte, zusammen mit Kathrin Bach. Mit gemeinsamen Hirnschwapps, Feedbackwerkstatt am Nachmittag und viel Raum für dich und deine Texte.

Hier alle weiteren Infos.

SCHREIBI-TREFF – 25. März, 14 bis 15:30 Uhr
Unser kostenloses monatliches online Treffen zum Austauschen mit anderen Schreibenden und Selbständigen; mit Mini-Lyrik-Workshop-Impuls von Kathrin und mir zu Beginn.

Hier mehr dazu.

SCHREIBWOCHE – 13. bis 18. April

Bald geht’s los: Die erste von drei Schreibwochen dieses Jahr findet Mitte April statt (kurz nach Ostern)!

In jeder Schreibwoche kommen wir von Montag bis Samstag zusammen, um unsere Schreibvorhaben in einer motivierenden und solidarischen Gemeinschaft Tag für Tag ein Stückchen mehr voranzubringen. Kathrin und ich statten dir die Woche mit einem Programm aus handwerklichen und experimentellen Impulsen, persönlichem Einzelfeedback, Feedbackwerkstätten, gemeinsamen Schreibzeiten und Schreibspaziergang aus – und du entscheidest welche Elemente für dich gerade dran sind.

Der Workshop im April wird von Kathrin gehalten, zum Thema Recherche im Gedächtnis – Schreiben mit Erinnerungen:

Kathrin teilt hier ihre Erfahrungen mit dem schreibenden Erinnern und lädt dazu ein, im eigenen Gedächtnis zu recherchieren. Wir gehen in Übungen und als kollektives Gedächtnis folgenden Fragen nach: Wie tauche ich in die Vergangenheit ein und wie wieder aus ihr auf? Wie schreibe ich eine (vielleicht auch schmerzhafte) Erinnerung auf? Wie werden persönliche Erinnerungen teilbar und vielleicht sogar zu universellen? Wann und wie wird aus einer Erinnerung Fiktion?

Alle weiteren Infos zur Schreibwoche findest du hier! Anmelden kannst du dich direkt per Mail an mich.

FORSCHUNGSGRUPPE SICHTBARKEIT – April bis Juni

Ein intensiver, dreimonatiger, begleiteter und co-kreativ erschaffener online Raum, um deine Beziehung zur Sichtbarkeit neu auszurichten. Ich halte diesen Raum, und nehme genau so aber auch daran teil und forsche mit; Sichtbarkeit hat sich inzwischen ein bisschen zu meinem Jahresthema entwickelt.

Die Forschungsgruppe ist ein Gesprächs- und Nachspürraum, um zu hinterfragen, welche Rollen du erhalten und/oder entwickelt hast, um in deiner Welt sicher zu sein (ob das nun sichtbar oder unsichtbar sein bedeutete).

Und es ist eine gemeinschaftliche Werkstatt, in der du freiere und passendere Rollen entwickeln und praktisch ausprobieren kannst.

Es gibt darin viel Platz für die innere und die äußere Arbeit, es gibt Unterstützung und Austausch dazu nach Bedarf und es gibt angewandte, konkrete Ideen für deine Umsetzung einer neuen Form von Sichtbarkeit.

Hier findest du alle Details zur Forschungsgruppe Sichtbarkeit.

Die Schreibwoche und die Forschungsgruppe Sichtbarkeit können übrigens sehr gut miteinander kombiniert werden, falls du dich auch intensiv schreibend mit deinen (Sichtbarkeits-)Themen auseinandersetzen willst.

Außerdem gibt es im Juli und November weitere Schreibwochen, es gibt laufend Feedback & Schwung Wochen mit mir, in denen du zum Beispiel an deiner Website oder deinem Newsletter arbeiten kannst, oder du lässt dir von mir deine neue Website bauen.

 

FABRIKNOTIZEN

(krankheitsbedingt dieses Mal keine neuen Notizen)

 

VERFLECHTUNGEN

In der Tante schrieb ich: ich trage / keine Tätowierung denn / ich habe kein Konzept von Ewigkeit

Kira Linn hat mit ihrem Large Ensemble beim Debutkonzert vor einer Weile unter anderem einen Text von mir vertont; das Konzert wurde im Deutschlandfunk gesendet und du kannst es hier nachhören.

Und da ich ja ganz schön erkältet war, hatte ich endlich die Gelegenheit, die Serie Stadt ohne Knast in der ARD Mediathek anzuschauen, die schon eine ganze Weile auf meiner Liste stand. Ich kann sie sehr empfehlen, denn auch wenn es ein paar komische / erwartbare Stellen gibt, ist es grundsätzlich so spannend auf diese Art über dieses Experiment in Transformative Justice nachzudenken. Und ich finde es interessant als Parabel dafür, wie in Deutschland mit Veränderung umgegangen wird, wie viel Raum für eine radikale Neuausrichtung unserer Gesellschaft überhaupt vorhanden wäre und was es dafür wirklich bräuchte.