GEDICHT

der zufall
wird für mich arbeiten,
der zufall
wird mein pferd

 

BERICHT

Meine Arbeit will heute Commitment von mir, will, dass ich da bin an diesem glühenden Block von Rechner, auch wenn draußen die Luft licht und feucht ist, der Tag beginnt wie ein neuer Tag, als wäre er einer der ersten Tage, er lockt mich hinaus, er drängt und flüstert zu mir, dass ich hinaus komme, zu ihm, spielen komme; und ich spüre, dass nächstes Jahr vielleicht wirklich ein anderes Jahr wird, eines mit mehr Draußen und eines, in dem ich mehr mit Kindern arbeite, ich habe große Lust darauf, ich will von ihnen lernen, kann manchmal mehr von ihnen lernen als von Erwachsenen, auch ich brauche diese Weltzurechtrückung, all diese Andersartigkeiten, die uns Menschen ausmachen und verbinden, ihnen nachzuspüren, im Detail, making support structures füreinander, immer wieder das als Ziel, und vielleicht will ich mit Kindern arbeiten für die Vollständigkeit.

Und später sage ich: Der Zufall ist gut gegen den Anspruch zur Vollständigkeit, zieht ihm ein bisschen die Hosen runter.

Und das eigentliche Rätsel des Tages ist doch, wie dieses Wetter beschreiben, die unerwartete Wärme heute, die bewegten Wolken, wie trinkbar die Luft ist, wie die Erde und die Blätter im Wäldchen riechen, in jedem Atemzug Pilzsporen usw.

Und wie viel Lust ich auf KÄSE habe.

Und später schreibe ich: Das Wetter gestern war einfach MILD, und das Rätsel war einfach WIE MEHR DAVON AUFSAUGEN.

 

EXPERIMENTE

(UN-)SICHTBARKEITSTAG

Dieses Experiment zusammen mit Julia war eine solche Freude! Es ist so etwas Schönes, wenn ich selber bei meinem eigenen Workshop das Gefühl habe, ich lerne und verknüpfe und erfahre ganz viel. Was natürlich in großen Teilen an den feinfühligen, offenen, mutigen Teilnehmer:innen liegt und der kleinen Utopie, die wir kurz mal gemeinsam etablieren.

Hier ist eines der schnellen Büchlein, mein sonniges Zine, das ich an unserem (Un-)Sichtbarkeitstag erstellt habe. Es heißt GEWISSHEITEN:

ich hab soziale reflexe (andere auch) 64-zine-1.jpg

ich will mehr mit kindern arbeiten 64-zine-2.jpg

es geht mir meist um beziehungen 64-zine-3.jpg

Und ich habe mich wahnsinnig gefreut darüber, wie stark viele die PAZ angenommen haben, also die Persönliche Autonome Zone. Ich glaube fest an ihre Bedeutung und finde, es wird viel zu wenig darüber gesprochen, ob und wie wir uns selber geschützte, versteckte Räume schaffen, oder ob wir es zulassen, dass andauernd gefühlte Augen auf uns liegen.

 

EINLADUNGEN

SCHREIB & SCHNACKNACHMITTAG - 17. Dezember, 14 bis 15:30 Uhr
Ein kostenloser online Schreib- und Schnacknachmittag zum Austauschen und Kennenlernen, mit Mini-Lyrik-Workshop-Impuls.

SCHREIBTAG - Freitag, 16. Januar, 9 bis 17:30 Uhr
Ein gemeinschaftlicher online Arbeitstag zum fokussierten Schreiben und Besprechen deiner Schreibprojekte; gemeinsam mit Kathrin Bach. Mit gemeinsamen Hirnschwapps, Feedbackwerkstatt am Nachmittag und viel Zeit für dich und deine Texte.

FEEDBACK & SCHWUNG WOCHE Persönliche Rückmeldungen, Motivation und praktische Unterstützung für dein Projekt, zum Beispiel dein Newsletter, deine Website, dein Manuskript, deine Bewerbung. Freie Termine ab Mitte Januar, mehr Informationen hier.

INDIVIDUELLE WEBSITE ERSTELLUNG Ich baue, gestalte und befülle an einem Tag eine Website für dich, die du danach selbständig weiter bearbeiten kannst. Freie Termine ab Mitte Januar, mehr Informationen hier.

 

FABRIK (Ein neu entstandener Schnipsel aus meinem Text mit dem Arbeitstitel „Die Fabrik“)

Hab ich dir eigentlich schon mal erzählt, wie viel meine Mutter in der Schwangerschaft mit mir geraucht hat? Und Pilze hat sie durchgehend microdosiert und ich vermute mindestens ein Mal LSD genommen, um sich wirklich innerlich auf mich vorzubereiten, nur Alkohol hätte sie natürlich wenig getrunken.

Bekommt man seinen Körper von den eigenen Eltern?

Was für ein Geschenk ist das?

Und darf ich mit einem Geschenk machen, was ich will.

 

VERFLECHTUNGEN

Der Betreff spielt auf mein Zine zum Schreiben mit KI an, das heißt nämlich Wer reitet dieses Pferd / Wer ist das Pferd. Und er spielt darauf an, dass ich im Durchgehen meiner Unmengen von vorhandenen Notizen gerade mehr Lust habe auf zufällige, unvollständige Funde als auf die angeblich vollständig durchdringende und sortierende Geste einer KI.

Weil so viele nach dem letzten Brief nachgefragt hatten: Ich habe hier noch eine sehr tolle deutschsprachige Broschüre zum Hologram entdeckt (eine nicht-institutionelle, einfach umzusetzende Sorgepraxis, die aus meiner Sicht in den kommenden Jahren immer relevanter werden wird).

Und hier ein Gedanke aus diesem Interview einer Kundin von mir, der mich diese Woche begleitet hat: Der Nachteil von Schmerzen ist, dass man empfindlicher wird. Der Vorteil von Schmerzen ist, dass man empfindlicher wird.