(Un-)Sichtbarkeitstag

Experimentiertag in Berlin, eine Kooperation von Julia Vogel und Ricardas Kiel

Der (Un-)Sichtbarkeitstag ist gedacht für Menschen, die sich in irgendeiner Form selber darstellen wollen, zum Beispiel auf ihrer Website oder auf Instagram, und denen im Alltag der Raum dafür fehlt, heraus zu finden, warum das Sich-Zeigen sich oft so mühsam und zäh anfühlt.

Das muss ja nicht so bleiben. Hier kannst du das Ding mit der Sichtbarkeit spielerisch angehen und musst nicht alleine hinfühlen.

Diese Bilderserie hat Julia von mir im September 2025 gemacht, in Fs Garten vor dem Pfirsichbaum, den Rike mir aus ihrem Garten geschenkt hat, den ich vor Jahren als winziges Bäumchen in meinem Fahrradkorb nach Hause gefahren habe.

unsichtbarkeit.gif

Wir experimentieren an diesem Tag mit den rutschigen Grenzen zwischen intim, persönlich und öffentlich. Wir schauen gemeinsam, was in uns präsent ist und was davon nach außen sichtbar werden darf – trotz aller inneren und äußeren Kritiker:innen, denen man ja nicht immer alles glauben muss.

Wir arbeiten und spielen dabei vor allem mit Wörtern und Bildern. Und natürlich mit unseren Körpern, also unserem Bauchgefühl, dem wir immer wieder Raum geben werden, und mit der Gruppe als sicherer Resonanzraum. Wir werden schreiben und schauen, Zines (kleine Büchlein) erstellen und mit Fotos experimentieren. 

Wichtig ist: Das hier ist ein prozessorientierter und offener Raum, bei dem es keinen Output oder eine bestimmte Lösung geben muss. In dem aber viele Samen gelegt werden, die dann nach und nach aufgehen können. Und wer weiß, vielleicht entstehen nebenbei doch auch Bilder oder Sätze, die du direkt nach außen weitergeben willst.

Die Erfahrung aus dem ersten Durchlauf

Ich schrieb dazu in der Woche darauf in meinem Brief: Dieses Experiment zusammen mit Julia war eine solche Freude! Es ist so etwas Schönes, wenn ich selber bei meinem eigenen Workshop das Gefühl habe, ich lerne und verknüpfe und erfahre ganz viel. Was natürlich in großen Teilen an den feinfühligen, offenen, mutigen Teilnehmer:innen liegt und der kleinen Utopie, die wir kurz mal gemeinsam etablieren.

Hier ist eines der schnellen Büchlein, mein sonniges Zine, das ich an unserem (Un-)Sichtbarkeitstag erstellt habe. Es heißt GEWISSHEITEN:

ich hab soziale reflexe (andere auch) 64-zine-1.jpg

ich will mehr mit kindern arbeiten 64-zine-2.jpg

es geht mir meist um beziehungen 64-zine-3.jpg

Und ich habe mich wahnsinnig gefreut darüber, wie stark viele die PAZ angenommen haben, also die Persönliche Autonome Zone. Ich glaube fest an ihre Bedeutung und finde, es wird viel zu wenig darüber gesprochen, ob und wie wir uns selber geschützte, versteckte Räume schaffen, oder ob wir es zulassen, dass andauernd gefühlte Augen auf uns liegen.

Über uns

Wir beide beschäftigen uns seit Jahrzehnten mit verschiedenen Aspekten der Sichtbarkeit. 

Julia mit der kollektiven Erfahrung der Fremdzuschreibungen und damit, wie es gelingen kann, sich sein eigenes Bild wieder zurück zu holen, damit zu sein, zu spielen und dann zu entscheiden, was bei dir bleibt und was von wem gesehen werden darf – immer wieder neu.

Ich damit, wie über das eigene Schreiben sichtbar werden kann, was sich gerade in einem bewegt, und damit, wie und ob diese persönliche Schreibpraxis auch eine (teil-)öffentliche werden darf, dein Inneres also auch im Außen über deine Texte sichtbar wird.

Dieses Bild hat Julia im Juni 2024 gemacht; fast alle Bilder von diesem Tag habe ich bisher bei mir behalten und in keine Öffentlichkeit gegeben.

unsichtbarkeitstag-1.jpg

Organisatorisches

🛎️ Den ersten Experimentiertag haben wir im Dezember 2025 durchgeführt und wir peilen den nächsten Durchlauf für Februar 2026 an. Du kannst dich gerne per Mail für die Warteliste anmelden. Dann erfährst du zuerst, wann wir den nächsten (Un-)Sichtbarkeitstag anbieten!

Melde dich bei uns, falls du Fragen hast!