Eine dreimonatige Forschungswerkstatt für selbstbestimmte Sichtbarkeit
Die Forschungsgruppe Sichtbarkeit ist ein intensiver, dreimonatiger, begleiteter und co-kreativ erschaffener online Raum, um deine Beziehung zur Sichtbarkeit neu auszurichten.
Die Bilder auf dieser Seite hat Julia Vogel im Juni 2024 gemacht; fast alle Bilder von diesem Tag habe ich bisher bei mir behalten und in keine Öffentlichkeit gegeben. Ich hatte mich damals schon so über dieses unerwartete Schild im Wäldchen gefreut, und hatte eine starke Ahnung, dass es irgendwann genau richtig passen würde. Here we are.

Die Forschungsgruppe ist ein Gesprächs- und Nachspürraum, um zu hinterfragen, welche Rollen du erhalten und/oder entwickelt hast, um in deiner Welt sicher zu sein (ob das nun sichtbar oder unsichtbar sein bedeutete).
Und es ist eine gemeinschaftliche Werkstatt, in der du freiere und passendere Rollen entwickeln und praktisch ausprobieren kannst.
Es gibt darin viel Platz für die innere und die äußere Arbeit, es gibt Unterstützung und Austausch dazu nach Bedarf und es gibt angewandte, konkrete Ideen für deine Umsetzung einer neuen Form von Sichtbarkeit.
Worum es mir geht
Ich will Sichtbarkeit nicht untersuchen oder gar „lehren“ als etwas Reines, Helles, Klares, als einfach ein halbwegs funktionierender Umgang mit Social Media, als Tipps zum Klarkommen, als Tricks für mehr Follower:innen.
Ich will mit in diese Arbeit hinein nehmen, dass die Welt brennt, dass wir uns mit Autoritäten auseinanderzusetzen haben, die uns nicht wohlgesonnen sind, dass wir auch deshalb Themen mit Sichtbarkeit haben, weil uns andere Menschen diese Themen machen, weil es nicht immer sicher ist, ganz oder auch nur teilweise sichtbar zu sein.
Und ich will selber anschauen und lernen, was es für Methoden und Strategien gibt in diesen Kontexten, von denen wir lernen und die wir uns borgen können. Ich brauche selber noch mehr Tricksterenergie im Umgang mit der Welt, habe selber immer noch genug Schablonen abzulegen, das könnten wir zusammen machen, das könnte ein Fest werden!

Das Ziel ist hier überhaupt nicht, eine totale Sichtbarkeit zu konstruieren und herzustellen. Im Gegenteil: aus meiner Sicht braucht es, um stimmig mit deiner Arbeit gesehen zu werden, dringend auch Bereiche, die du ganz für dich behältst.
Mich interessiert bei diesem Thema vor allem, wie wir selbstbestimmt und mit Freude unsere Rollen und Abbildungen in einem starren System gestalten können.
Nicht erzwingen, nicht kontrollieren, sondern mit Wolkenhänden gestalten.
Ich will den Trickster mit einladen
Welche Glöckchen schnürst du dir an dein Kostüm?
Welche Muster suchst du dir bewusst aus?
Welche Autoritäten lachst du aus?
Wessen Augen ignorierst du?
Was kannst du nur zeigen, indem du es versteckst?
Was kannst du nur zeigen, indem du es übertreibst?

Trickster wissen: Sichtbarkeit ist immer Performance. Es gibt kein „endlich authentisch sichtbar werden“, kein ein für alle mal, keine Außendarstellung oder Rolle, die immer passt.
Die spannendere Frage ist: Wenn alle Sichtbarkeit Performance ist – welche Performance passt zu dir und deiner Arbeit? Welche Masken, Kostüme, Rollen wählst du wann für dich selber aus? Und welche willst du ablegen? Welche Masken helfen dir, dich zu zeigen? Welche schützen dich? Und wo spielst du Rollen, die andere für dich geschrieben haben, ohne dass du es merkst?
Wir spielen und arbeiten in diesen drei Monaten mit verschiedenen Trickster-Praktiken aus den uralten Bräuchen des Faschings, der Kostümierung, der Masken, und der etwas neueren Kulturpraxis des Drags, wir werden dazu schreiben, sprechen und experimentieren.
Eine große Rolle nimmt dabei die Fotografie als Selbsterforschung ein, angeleitet von der Dokumentarfotografin Julia Vogel. In einem privaten Austausch mit deiner Kamera kannst du herausfinden, welche Anteile von dir wie auftreten wollen, und dabei einüben, dir dein eigenes Bild wieder anzueignen.
Das ist kein Marketing-Bootcamp
Und trotzdem (oder genau deshalb) wird etwas passieren in deinem (Arbeits-)Auftritt, in deinem Dich-Zeigen, in deinem Verknüpfen und Verknüpft-Sein.
Wir machen in der Gruppe geschützte, spielerische große Moves gegen die große Angst, die das Licht der Sichtbarkeit manchmal macht. Und damit können kleine Moves im Außen wirklich passieren.
Wir suchen nicht nach der einen „richtigen“ Sichtbarkeit, sondern nach deinem Trickster-Werkzeugkoffer: Welche Strategien, Kostüme, Bühnen brauchst du, um deine Arbeit in die Welt zu bringen? Und was brauchst du, um daran Spaß zu haben?

Wer hier forscht
Diese Forschungsgruppe macht Sinn für dich, wenn …
- du Arbeit machst (künstlerisch, schreibend, gestaltend, beratend, heilend, verbindend, bewegend, aufrührend …), die (mehr) gesehen werden soll
- das Thema Sichtbarkeit sich für dich (manchmal) kompliziert, widersprüchlich und/oder reibend anfühlt
- du Lust hast auf innere Arbeit und praktisches Ausprobieren
- du bereit bist, mit anderen zu forschen, also nicht als Schüler:in kommst, sondern als Mitforschende:r
- du einen Raum brauchst, der dich weichfest bei diesen Aufgaben hält
Rahmen & Behälter der Forschungsgruppe
Du findest weiter unten Details zu den einzelnen Formaten, hier ein erster Überblick:
- 3 Input-Workshops inklusive Fragenrunden und Aufnahmen zum Nachschauen
- Sichtbarkeitswerkstatt: wöchentlicher Check-In und Austausch zu deiner Sichtbarkeitsarbeit
- Co-Working: 2 × 3h pro Woche gemeinsames Umsetzen
- Abenteuerspaziergang: ein Briefumschlag von Julia voller Foto- und Sichtbarkeitsaufgaben für einen selbstgeleiteten Spaziergang
- Eintauchwochen: 3 begleitete Wochen zum intensiven und konzentrierten Tiefergehen und Umsetzen
- 3 Bildwerkstätten: technische und emotionale Beratung zu entstandenen Bildern
- 3 Textwerkstätten: handwerkliche und inhaltliche Beratung zu entstandenen Texten
- Abschlussfeier zum Integrieren und Feiern der gemeinsamen Reise
- Ideen, Ressourcen, Inputs und Austausch in unserem Forum
- Sichtbarkeitsnetzwerk
Ein sehr wichtiger Hinweis
Es ist nicht so gedacht, dass du überall live dabei sein „musst“, um alles mit zu bekommen oder gut teilnehmen zu können. Das wäre bei diesen vielen Terminen auch ziemlich utopisch ;)
Ich habe diesen gemeinsamen Raum so angelegt, dass er weich und flexibel bleibt, weil viel Austausch und viele der Prozesse asynchron in unserem Forum stattfinden, und die live Treffen auf Zoom alle für uns als Gruppe aufgezeichnet werden. (Durch die Erfahrungen der Schreibwochen kann ich auch mit großer Überzeugung sagen, dass asynchroner Austausch, zum Beispiel über Sprachnachrichten, so wertvoll und lebendig sein kann wie direkter Austausch.)
Du darfst überall immer genau so auftauchen, wie du gerade da bist. Mit Kopfschmerzen und ohne Kamera, mit Kindern im Hintergrund, nur kurz, weil du später noch einen Termin hast. Du musst nicht jedes Mal komplett präsent sein, du darfst auch einfach kurz einchecken und die Energie der Gruppe spüren – genau deshalb geht dieser Raum ja über drei Monate hinweg.
Es geht nicht um einzelne Termine, sondern viel mehr darum, in die Übung des Sich-Zeigens zu kommen, und darum, dich auf längere Strecke immer und immer wieder mit diesen Themen zu befassen.
Die Workshops
Donnerstag 10 bis 12 Uhr, inklusive Fragenrunden und Aufnahmen zum Nachschauen
Workshop 1: Für dich selber wirklich sichtbar werden
Wir fangen ganz nah bei dir an: Wie willst du für dich selber sichtbar sein? Hier geht es um deine Persönliche Autonome Zone, um einen Raum ohne Außenwertung und ohne Augen auf dir.
Workshop 2: Deine kleinen Bühnen
In welchem Licht willst du gerade wo gesehen werden? Du hast nämlich die Wahl, du entscheidest selber, was von dir wie sichtbar wird, das ist ein aktiver Prozess. In diesem Workshop geht es darum, verschiedene Orte mit verschiedenen Helligkeiten anzulegen.
Workshop 3: Spuren hinterlassen
Im dritten Workshop geht es darum, wie du mit einer gewissen Regelmäßigkeit auf deinen kleinen Bühnen eine Spur hinterlassen kannst. Was kann und wird wachsen, weil es dir Freude macht, weil es Teil von deinem eigenen Forschungsprozess ist?
Sichtbarkeitswerkstatt
Jeden Freitag asynchron im Forum, zusätzlich dazu einmal im Monat live per Zoom (an einem Freitag von 10 bis 12 Uhr)
Hier teilen wir, woran wir arbeiten, was wir entdeckt haben, womit wir ringen. Wenn du möchtest, erhältst du von den anderen Feedback und Ideen dazu, deine Arbeit darf aber auch einfach nur von uns gesehen und still bezeugt werden.
Co-Working
Ab 13. April meist montags vormittags (10 bis 13 Uhr) und mittwochs nachmittags (15 bis 18 Uhr), mit ein paar Ausnahmen
Ein Raum, in dem wir still gemeinsam umsetzen, woran wir gerade arbeiten, mit kurzem Check-In zu Beginn und am Ende. (Die Co-Workings beginnen erst Mitte April, weil davor noch parallel die Schreibwoche stattfindet.)
Abenteuerspaziergang
ab Mitte Mai, den genauen Zeitpunkt legst du für dich selber fest
Du bekommst per Post einen Briefumschlag von Julia voller Foto- und Sichtbarkeitsaufgaben für einen selbstgeleiteten Spaziergang :)
Eintauchwochen
3 begleitete Wochen zum intensiven und konzentrierten Tiefergehen und Umsetzen
Du kannst dir diese Wochen selber terminlich dort hin legen, wo es für dich am besten passt; in den weiter unten genannten Wochen mache ich jeweils selbst eine fokussiertere Woche zum Thema Sichtbarkeit. Dabei stelle ich täglich Impulse/Ideen in das Forum und teile, was ich ausprobiere und woran ich sitze. Diese Impulse kannst du in der Woche parallel zu mir bearbeiten oder in einer für dich zeitlich passenderen Woche, in beiden Fällen bekommst du, wenn du das möchtest, Feedback und Resonanz dazu im Forum.
Bild- und Textwerkstätten
Je 3 Termine, dienstags von 17 bis 18:30 Uhr
Diese Werksätten sind für technische und emotionale Beratung zu entstandenen Bildern (Julia) und handwerkliche und inhaltliche Beratung zu entstandenen Texten (Ricardas). Konkrete, hilfreiche und unterstützende Rückmeldungen auf deine Arbeit.
Forum
Das Herzstück unserer Forschungsgruppe: Ein asynchroner digitaler Raum für Ideen, Ressourcen, Inputs und Austausch, den du zu jeder Tages- und Nachtzeit aufsuchen kannst.
Sichtbarkeitsnetzwerk
Wir schauen als Gruppe gemeinsam, wie wir eine Art von Übereinander-sprechen-Netzwerk knüpfen können, in dem wir uns gegenseitig sichtbarer machen, indem wir Angebote, Ideen, Impulse von anderen teilen.
Wir nutzen also aus, dass es sich für sehr viele Menschen so viel leichter anfühlt, für die Arbeit anderer Werbung zu machen als für die eigene.

Terminübersicht (April bis Juni 2026)
Du musst nicht bei allem live dabei sein können, siehe wichtigen Hinweis zu den Terminen weiter oben!
April
- 7. April: Weicher Start im Forum
- 9. April, 10–12 Uhr: Workshop 1
- 20.-24. April: Eintauchwoche 1
- 21. April, 17–18:30 Uhr: Bildwerkstatt
- 24. April, 10–12 Uhr: Sichtbarkeitswerkstatt per Zoom
- 28. April, 17–18:30 Uhr: Textwerkstatt
Mai
- 7. Mai, 10–12 Uhr: Workshop 2
- 18.-22. Mai: Eintauchwoche 2
- 19. Mai, 17–18:30 Uhr: Bildwerkstatt
- 22. Mai, 10–12 Uhr: Sichtbarkeitswerkstatt per Zoom
- 26. Mai, 17–18:30 Uhr: Textwerkstatt
Juni
- 4. Juni, 10–12 Uhr: Workshop 3
- 15.-19. Juni: Eintauchwoche 3
- 16. Juni, 17–18:30 Uhr: Bildwerkstatt
- 19. Juni, 10–12 Uhr: Sichtbarkeitswerkstatt per Zoom
- 23. Juni, 17–18:30 Uhr: Textwerkstatt
Juli
- 3. Juli, 10–12 Uhr: Abschlusstreffen & Sichtbarkeitswerkstatt
(Die Eintauchwochen kannst du für dich auch zeitlich anders legen – in den hier genannten Wochen bin ich selbst besonders aktiv dabei, aber du kannst die Impulse der Woche auch in einer anderen Woche bearbeiten.)
Plus:
- Wöchentliche Sichtbarkeitswerkstätten als Check-In im Forum, ab dem 10. April jeden Freitag ganztägig und asynchron
- Wöchentliches Co-Working, ab dem 13. April meist Montagvormittag, 10 bis 13 Uhr und Mittwochnachmittag, 15 bis 18 Uhr
- Durchgehend nach Lust und Bedarf Austausch im Forum
Wer wir sind
Wir beide beschäftigen uns seit Jahrzehnten mit verschiedenen Aspekten der Sichtbarkeit.
Julia mit der kollektiven Erfahrung der Fremdzuschreibungen und damit, wie es gelingen kann, sich sein eigenes Bild wieder zurück zu holen, damit zu sein, zu spielen und dann zu entscheiden, was bei dir bleibt und was von wem gesehen werden darf – immer wieder neu.
Ich (Ricardas) damit, wie über das eigene Schreiben sichtbar werden kann, was sich gerade in einem bewegt, und damit, wie und ob diese persönliche Schreibpraxis auch eine (teil-)öffentliche werden darf, dein Inneres also auch im Außen über deine Texte sichtbar wird.
Julia ist beim ersten Workshop dabei und gibt Impulse zum Bilder-von-sich-Machen, sie leitet die drei Bildwerkstätten und gestaltet für jede:n den Abenteuerspaziergang; alle anderen Formate halte ich, teils gemeinsam mit Julia.
Preis & Anmeldung
150 € netto pro Monat = 450 € insgesamt
Das macht 535,50 € inkl. 19% MwSt.
Es können nur alle drei Monate gemeinsam gebucht werden, da die einzelnen Abschnitte aufeinander aufbauen und es genau darum geht, sich diesem Thema mal etwas ausführlicher zu widmen. Du musst aber nicht in allen drei Monaten die gleiche Zeit oder gleiche Menge an Kapazitäten für diese Arbeit mitbringen.
Die Gruppe hat Platz für 6 bis maximal 24 Teilnehmende.
So kannst du deinen Platz buchen:
Zur Buchung schreibe mir einfach eine Mail an post@ricardaskiel.de und erzähle dabei (falls du Lust hast, und so knapp oder ausführlich wie du willst):
- An was arbeitest du gerade?
- Was für ein Verhältnis zur Sichtbarkeit hast du?
Schicke außerdem bitte deine Rechnungsadresse mit. Wenn noch Plätze frei sind, erhältst du dann eine Bestätigung deiner Buchung und die Rechnung.
Soziales Preismodell
Bei Bedarf kannst du den Preis der Forschungsgruppe als zinslose Ratenzahlung bezahlen; melde dich dazu bitte kurz per Mail bei mir.
Darüber hinaus gibt es Stipendienplätze (halb- oder vollfinanziert). Die Stipendienplätze sind für Menschen gedacht, denen monatlich aktuell ein so geringes Einkommen zur Verfügung steht und denen Ersparnisse und Unterstützer:innen im Umfeld fehlen, so dass sie sich die Forschungsgruppe Sichtbarkeit nicht oder nicht ganz leisten können.
So funktioniert das mit dem Stipendium:
- Wir vergeben 1 vollen bzw. 2 halbe Stipendiumsplätze pro 10 zahlenden Teilnehmer:innen.
- Schreibe mir eine kurze Mail (Betreff: Stipendium Forschungsgruppe Sichtbarkeit), in der du benennst, ob du einen halb- oder einen vollfinanzierten Platz benötigst, und wir geben dir Bescheid, ob und wenn ein Platz für dich frei wird. Du musst uns keinerlei Begründung schreiben, warum du einen Stipendiumsplatz brauchst, wir losen das nach Zufallsprinzip aus.
- ⚠️ Achtung: Falls du keinen Stipendiumsplatz erhältst, kannst du dir allerdings auch keinen regulären Platz kaufen (das fänden wir sonst ungerecht gegenüber den anderen) – melde dich also bitte dann für ein Stipendium, wenn es tatsächlich deine einzige Möglichkeit ist, an der Forschungsgruppe teilzunehmen.
Willst du noch mehr wissen?
Schreibe mir einfach eine Mail mit allen Fragen, die du zur Forschungsgruppe hast :) Wir können auch sehr gern kurz zoomen oder telefonieren, falls du einen Eindruck von mir bekommen willst oder mir deine Fragen einfach direkt persönlich stellen willst. Schreib mir dazu eine kurze Nachricht und wir verabreden uns!