Die ungeglätte Über-mich-Seite

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Online Workshop am 26. Februar, 10 bis 12 Uhr

Eine Kooperation von Julia Vogel und Ricardas Kiel

Hier geht es um diesen herausfordernden Ort auf deiner Website, an dem du „etwas über dich sagen“, „etwas von dir zeigen“ sollst. Was als Aufgabe natürlich und verständlicherweise oft viel Aufregung und Unsicherheit mit sich bringt: Was soll ich denn überhaupt über mich sagen??

Die Fotografin Julia Vogel und ich begegnen dieser Aufgabe mit Ruhe und Freude und einer großen Portion selbstbestimmter Tricksterenergie: Das sind unsere Seiten, wir wollen keine Zuckerschichten über sie gießen, sie dürfen raue Stellen haben, ein bisschen (oder sehr) ungekämmt sein, sie dürfen ein ungeglättetes Eigenleben führen.

Sie dürfen spiegeln, was uns wirklich wichtig ist.

Lewis Thomas in The Lives of a Cell: Notes of a Biology Watcher

We leave traces of ourselves wherever we go, on whatever we touch.

Was muss wer über mich und meine Arbeit wissen?
Wieviel will ich wem über mich erzählen?
Was soll über mich erzählt werden?
Wieviel zeige ich von mir wo im Internet?
Was spiegele ich?
Was darf im Verborgenen bleiben?
Mit wessen Augen lese ich meine Über-Mich-Seite?
Welchen Anspruch habe ich an sie?
Welche Spuren will ich wo hinterlassen?

Wir werden nachspüren, was deine Über-Mich-Seite braucht, um tatsächlich das über dich zu erzählen, was du möchtest, das sie erzählt (und wie du das herausfindest), und wir werden sowohl erstes ungeglättetes Text- als auch Bildmaterial direkt im Workshop erstellen.

Über uns

Julia

biomuell-julia.jpeg Das ist Julias Biomüll, der ihr kontinuierlich Dinge über sich erzählt.

Neben Menschen, die für sich und andere sichtbar werden wollen, fotografiert Julia sehr gerne Dinge, die Geschichten erzählen. Zum Beispiel ihren kleinen Biomülltopf, dessen Größe sie zwingen sollte, ihn öfter rauszubringen. Über sich lernte sie durch den Topf, dass sie ein echtes Stapeltalent entwickeln kann und organischen Strukturen gern beim Zerfall zusieht.

Julia beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Sichtbarkeit und sucht für sich und die Menschen mit denen sie arbeitet immer wieder nach individuellen Wegen, sich selbstbestimmt zu zeigen. Denn sie ist sich sicher: Bilder spiegeln mehr als den Inhalt wider. Sie transportieren Haltung und können Verbindung herstellen, wenn wir diese im Moment des Fotografierens fühlen.

Ricardas

werkstatt-website-erstellen.jpg Das ist meine Werkstatt, in der ich oft weniger Spuren hinterlasse, als ich eigentlich möchte.

Ich (Ricardas) lerne viel über mich und meine Sehnsüchte in meiner Werkstatt – zum Beispiel darüber, wie viel Ruhe ich gerade spüre oder wie viel überschüssige Kraft mit der Axt weggehauen werden darf. Meine Werkstatt spiegelt mir immer wieder, dass ich ein zyklischer Mensch bin, und dass es auch okay ist, wenn Dinge länger mal liegen bleiben. Sogar die Dinge, die ich eigentlich am liebsten tue; es hat alles seine Jahreszeiten.

Sichtbarkeit ist auch für mich ein Lebensthema, sowohl im Schaffen von Orten für die Sichtbarkeit anderer als auch in der Beschäftigung mit queeren (Un-)Sichtbarkeitspraxen.

Organisatorisches

Hier kannst du deinen Workshop-Platz buchen

Soziales Preismodell

Als soziales Preismodell für diesen Workshop bieten wir an, dass du dir die Kosten des Workshops mit einem Freundi teilen kannst, ihr also zu zweit kommt.

Dafür buchst und bezahlst du ganz regulär einen Platz und schreibst mir kurz den Namen der Person, mit der du deinen Platz teilen wirst. Diese Person bucht parallel dazu auch einen Platz, wählt dabei aber die Option „per Überweisung“ und bezahlt nichts. Ich schalte dann dein Freundi im System frei und so bekommt ihr beide alle benötigten Links und später auch die Aufnahme.