Freundi

Im Kompost habe ich begonnen, von meinen Freund:innen durchgehend als dem Freundi zu schreiben. Inzwischen habe ich das auch für die Notizen und Briefe übernommen.

Das ist zum einen ein Anonymisierungsprozess, denn meine Freundis wollen ja vielleicht nicht immer direkt erkannt werden in meinen veröffentlichten Texten.

Zum anderen ist es meine Freude an dieser Form des Genderns, dieses simple, kindliche „i“, das dem Polizisti genau so steht wie dem Schriftstelleri. Und ich habe Freude daran, eine Geschlechtseinordnung aus der von mir beschriebenen Situation zu entfernen und damit gut den Blick auf das Gesagte oder Getane legen zu können, ohne eine unbewusste Geschlechterfolie dahinter.

gefunden in einer Voraberklärung in Ann Cottens Die Anleitung der VorfahrenSiehe dazu auch Ann Cottens „polnisches Gendering“, nach der Regel: Alle für alle Geschlechter benötigten Buchstaben in gefälliger Reihenfolge ans Wortende. Mit dieser Maßnahme sollte deutlich sein, dass es bei allen Arten von Gendering nicht um Korrektur, sondern um das Aufzeigen von Missständen geht. Gelöst werden müssen die Probleme außerhalb der Sprache. Bei Cotten gibt es somit Individualistennni und Rucksackträgerni.


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